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BESUCH: Bischof Felix Genn lernte Wilhelmshaven von unterschiedlichen Seiten kennen.

glenn-kl Zwei Monate nach seiner Amtseinführung als Bischof von Münster besuchte Dr. Felix Genn den nordöstlichen Winkel seines Bistums. Er wollte auch die Stadt kennen lernen.

Wilhelmshaven Früher war Wilhelmshaven für Dr. Felix Genn kaum mehr als ein weißer Fleck auf der Landkarte. Seitdem er am 29. März als Bischof von Münster eingeführt wurde, ist die Jadestadt Teil seines Amtsbezirks. Am Mittwoch kam der gebürtige Rheinländer, der von Weihbischof Heinrich Timmerevers begleitet wurde, an die Jade, um nicht nur die Seelsorger, die Gemeinde und die ihm anvertrauten Katholiken kennenzulernen. Sein Interesse galt nicht minder auch der Stadt.

Von Ursula Grosse Bockhorn (© Copyright Wilhelmshavener Zeitung vom 22.05.2009, Seite 6 )

So führte ihn am Morgen der erste Weg ins Rathaus, wo er von Oberbürgermeister Eberhard Menzel und dem 1. Bürgermeister Fritz Langen empfangen wurde. Weitere Stationen waren die Franziskus- und die Cäcilienschule. Nach einem Gespräch mit den Seelsorgern und Ordensschwestern ließ sich Bischof Genn ausführlich über den Hafen informieren. Am Abend feierte er mit den Katholiken der Stadt in der Pfarrkirche St. Willehad die Vorabendmesse zum Fest Christi Himmelfahrt.
 
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Die Erlebnisse des Besuchs hätten sich zu einem Gesamtbild gefügt, erklärte Genn bei einem Pressegespräch. Bislang habe er mit dem Namen Wilhelmshaven lediglich die Marine assoziiert. Schon im Gespräch mit dem Oberbürgermeister differenzierte sich das Bild. Aufmerksam registrierte der Bischof die hohen Arbeitslosenzahlen - ein Problem, das ihm als früherem Bischof von Essen nicht fremd ist. Er verwies dabei nicht nur auf seine Erfahrung mit dem sozialen Wandel, dem die strukturschwachen Gebiete unterworfen sind. Er betonte auch die existenziellen Sorgen der Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben. Genn versicherte, dass die katholische Kirche ihren Beitrag leisten wolle für das Gemeinwohl. "Wir garantieren einen sicheren Hafen."
Von der den Menschen zugewandten Seite zeigte sich der Bischof beim Besuch in der Franziskusschule. Im Forum der Schule stellte er sich den Fragen der Schüler. Humorvoll erklärte er, dass die Bischofsrobe selbst im Sommer ganz erträglich sei und dass er "pink" trage - wie ein Schüler anmerkte - weil in der katholischen Kirche Violett die Farbe der Bischöfe, Rot die der Kardinäle und Weiß die des Papstes sei. Noch nicht abschließend konnte er nach nicht einmal einstündigem Aufenthalt die Frage beantworten, wie er Wilhelmshaven finde. "Als Bischof muss ich sagen: gut."
Immerhin, der Oberbürgermeister hatte ihn vorgewarnt. Anders als in Münster müsse man in Wilhelmshaven genau und auch in die Ecken schauen, um die Schönheit der Stadt zu entdecken. Offenbar haben seine ortskundigen Begleiter als Fremdenführer gute Arbeit geleistet. Beim abendlichen Pressegespräch zeigte sich der Bischof beeindruckt und bekräftigte nun aus eigener Anschauung das diplomatische Vorurteil. Und er hatte - etwa beim Anblick des Eon-Kraftwerks - weitere Bezüge zu seinen Erfahrungen als Ruhrbischof gefunden.
Genn bekräftigte noch einmal den Auftrag, in der Stadt Leuchtturm zu sein, der den Menschen Orientierung gibt. Dass die katholische Kirche in Wilhelmshaven einen starken schulischen Akzent setzt, sieht er als einen Aspekt, diesem Auftrag gerecht zu werden.
Der katholische Oberhirte betonte auch den ökumenischen Gedanken. Diese Orientierungsfunktion sei der gemeinsame Auftrag aller Christen, zumal in einem Umfeld, in dem Christen als Christen in der Diaspora lebten. Nicht zufällig stellte der katholische Oberhirte seine Predigt im abendlichen Gottesdienst unter das gleiche Motto wie der Evangelische Kirchentag, der am gleichen Abend in Bremen begann: "Mensch, wo bist du?".
 

 

© Copyright Wilhelmshavener Zeitung vom 22.05.2009, Seite 6